Wochenende in Kakamega

Dienstag, 09.03.2010

Hallo ihr zu Hause,ich hoffe euch geht es gut!

jetzt moechte ich euch erst einmal von meinem Wochenende in Kakamega berichten denn das toppt wirklich alle meine Erfahrungen mit Spinnen,sonstigen Tieren und jeglichem LuxusLachanfallBilderaus Gilgil: Mein Mittagessen(ugali), Obststand,Hausaufgabenheft, "Pickipickis"

Am Freitag, nachdem ich mit Tess im Butors,unserem Lieblingsrestaurant zu ihrem Abschied fuehstuecken war,bin ich mit dem "Matatu", dem busartigen Fortbewegungsmittel der Afrikaner, von Gilgil nach Nakuru und von dort aus nach Kissumu und von da aus weiter nach Kakamega gefahren, um mir dort ein Freiwilligenprojekt im Regenwald anzusehen.

Bilder vom Regenwald, das zweite von links ist jeremy mit schwein

schmetterling

Alleine die Fahrt in so einem Matatu ist sehr abenteuerlich. Das ist eine Art Van, in dem 15 Leute sitzen, es koennen aber auch 20 sein, wenn ein anderes Matatu eine Panne hat. Man kann sich sowieso nicht so ganz sicher sein wann man wo und wie ankommt, jetzt verstehe ich auch warum die Kenianer Zeitangaben nicht besonders praezise treffen("I come to see you around the afternoon"kann 15 uhr aber auch 18 uhr heissen),man kann naemlich nie wissen ob das Matatu nicht zwischendurch ausfaellt und man dann selbst anschieben muss oder wie lange man von A nach B braucht und vor allem wie lange man bei B wartet um nach C zu kommen....Bei mir hat es jedenfalls von 11 Uhr bis 18 Uhr gedauert.Ich finde es allerdings immer sehr lustig,als "msungo"werde ich naemlich jedes Mal von meinem Nachbarn unterhalten,ob ich es will oder nicht und ob ich zuhoere oder nicht Lächeln

Auf dem Weg nach Kissumu zum Beispiel sass ein aelterer Herr neben mir, der mir 3 Stunden lang sehr interessiert Fragen zum Thema Muellverwertung und zum Beruf des Muellmanns in Deutschland stellte(Hier in Afrika gibt es weder oeffentliche Muelleimer noch Muellabfuhr , der Muell liegt einfach ueberall auf der Strasse)

Auch wenn sie meine Digitalkamera sehen, sind die Leute hier immer sehr interessiert und stellen sich staendig ins Bild wenn ich zum Beispiel den Markt oder die"Matatu station"fotografieren will. Aber wie immer sind sie wirklich ohne Ausnahme sehr nett und freundlich(Manchmal aufdringlich,vor allem die Hanedler, aber ich gewoehne mich daran) Gerade deswegen fuehle ich mich auch alleine sicher, denn ich bin mir 100prozentig sicher, dass jeder Kenianer selbst wenn ich ihn nicht kennen wuerde, mir bei jedem Problem helfen wuerde!Seit ich hier bin, wurde ich schon so oft eingeladen oder mir wurde angeboten mich irgendwo hinzubringen, das ist nicht vergleichbar mit der Gastfreundschaft wie wir sie kennen.

Nach meiner Ankunft in Kakamega wurde ich von Jeremy, ein Franzose aus Bordeaux, an der Matatu Station abgeholt und in das kleine Dorf namens Virhembe gebracht, in dem die Freiwilligen(Er und eine Deutsche)leben. Als ich mein "Zimmer" und vor allem die Dusche und Toilette gesehen habe, waere ich am liebsten sofort wieder umgekehrt denn das ist mit Abstand der "einfachste" Ort an dem ich jemals eine Nacht verbracht habe. Es fing an bei der RIESIGEN Kakerlake die mich in meinem Bett(in einer Art Stall) begruesste und als ich dann hoerte dass es nur ein Plumsklo gibt,haette ich wirklich fast angefangen zu heulen.(Habe bereits 5 Minuten nach meiner Ankunft den Spitznamen "Princess" von den anderen Freiwilligen bekommen, das ist allerdings kein KomplimentUnentschieden)

Ich haette es wirklich nicht erwartet aber ich habe mich relativ schnell daran gewoehnt. Meistens gibt es gar keine Elektrizitaet und wenn man duschen will, muss man mit 5 Liter Kanistern 10 Minuten zum Fluss marschieren und sie sich dann in der Dusche, in der mich neben 200 Fliegen auch einige Eidechsen neugierig begruesst haben,ueber den Kopf kippen. Die Toilette ist wie gesagt ein Plumsklo und die Zaehne putzt man sich einfach auf der Wiese vor der Haustuer neben den Kuehen und Ziegen,sehr idyllisch.

Morgens um 5:30 beginnt der Tag meistens mit lautem Getrommel und traditionellen Gesaengen der Einheimischen, das Zeichen dafuer, dass jemand gestorben ist. Traurigerweise hoert man das jeden Morgen, die Saerge werden hier deswegen auch, aehnlich wie ein Flohmarkt, auf offener Strasse verkauft.

Das Projekt an dem die Frewilligen hier teilnehmen hat mir aber sehr gut gefallen, beziehungsweise der Regenwald hat mir super gefallen! Es gibt hier zum Beispiel ueber 400 Arten von Schmetterlingen, die so schoen sind dass man es sich einfach nicht vorstellen kann!Weisse, lilane,hellblaue,bunt gemusterte und viele schwarze die oft so gross sind wie meine Hand.Leider sehr schwer zu fotografieren. Natuerlich leben in dem Regenwald auch viele Affen(sehen aus wie Herr Nilson aus Pipi Langstrumpf) und bunte Voegel(zum Beispiel Turkane, mit riesigen Schnaebeln!)Das Gerauesch wenn man den Wald betritt ist genau so wie man es sich vorstellt, viele Vogelgerausche und tropische Hitze(Die Luft ist sehr feucht), riesige Baeume und Pflanzen, die ich noch nie gesehen habe.

Die Frewilligen hier arbeiten an einem Projekt namens K.E.E.P. (Kakamega Environment Education Programme), bei dem in "Tree Nurseries" Baueme gepflanzt und gepflegt werden, um sie dann spaeter im Regenwald auszusetzen. Jeremy hat mir den Regenwald und den Aussichtsturm gezeigt, ich verstehe mich totalgut mit ihm, auch wenn er nicht besonders gut Englisch sprichtLachanfallHabe mir leider trotz intensivem Eincremen einen dicken Sonnenbrand eingefangen...habe die Sonne dort im Regenwald unterschaetzt! Ich ueberlge momentan sogar ob ich nicht fuer eine Woche ins Dschungelcamp nach Virhembe zieheLachanfall

Das waere zwar wirklich gewoehnungsbeduerftig fuer mich aber der Wald hat mir so gut gefallen....Ich weiss es nicht, jedenfalls bin ich Montag Morgen um 6 Uhr mit dem Matatu aufgebrochen und um 5 Uhr Nachmittags durch unendlich viele Pannen in Gilgil angekommen!

Jetzt besuche ich das Waisenhaus und lade noch ein paar Fotos hoch,

Ich vermisse euch und freue mich wie immer von euch zu hoerenKussKuss